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RohrNorm

Isometrie im Rohrleitungsbau: Begriff und Bedeutung

Eine Isometrie — im Betriebsalltag oft kurz „Iso“ — ist die räumliche Darstellung eines einzelnen Rohrleitungsstrangs. Die drei Raumachsen erscheinen als Linien im Winkel zueinander, sodass Verlauf, Richtungswechsel und Höhenversätze auf einem Blatt lesbar werden. Gezeichnet wird in der Regel nicht maßstäblich: Die Maße stehen als Bemaßung an der Leitung, nicht in der Länge der Linie.

Auf einer Isometrie stehen typischerweise der Leitungsverlauf mit Bögen, T-Stücken, Reduzierungen und Flanschen, die Anschlusspunkte an Behälter, Pumpen oder andere Leitungen, Nennweite und Rohrklasse, Fließrichtung, eine Stückliste der Rohre und Formteile sowie die Kennzeichnung der Schweißnähte. Im Schriftfeld finden sich meist Anlagen- und Leitungsnummer, Revisionsstand und Prüfangaben.

Abzugrenzen ist die Isometrie vom Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema (R&I-Fließschema). Das Fließschema zeigt die verfahrenstechnische Funktion einer Anlage — welche Leitung welches Medium von wo nach wo führt, mit Armaturen und Messstellen —, aber nicht die räumliche Lage. Die Isometrie zeigt dagegen einen einzelnen Strang so, wie er gebaut wird, und ist damit das Blatt für Werkstatt und Montage.

Für die Dokumentation ist die Isometrie deshalb wichtig, weil sie jeder Naht einen Ort gibt. Über die Nahtnummer lassen sich Schweißer, Schweißanweisung, Werkstoff und Prüfergebnis einer bestimmten Naht zuordnen — etwa in einer Schweißnahtliste. Wie das Nummerierungsschema aussieht, legt der Auftrag fest; wichtig ist, dass eine Nummer über alle Revisionen der Isometrie eindeutig bleibt.

Die Isometrie selbst beantwortet nur, wo eine Naht liegt. Womit und von wem sie geschweißt werden darf, ergibt sich aus der Nachweiskette dahinter: Schweißanweisung (WPS) nach ISO 15609-1, die tragende Verfahrensprüfung, die Qualifikation des Schweißers nach ISO 9606-1 und die Werkstoffzeugnisse nach EN 10204. RohrNorm führt diese Nachweise je Auftrag; Isometrien und Nahtnummern bleiben im Planungs- oder Konstruktionssystem.

Dieser Beitrag gibt eine Einordnung, keine Rechtsberatung; maßgeblich sind die geltende Fassung des jeweiligen Regelwerks und die Ausführungsspezifikation Ihres Auftrags.

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